Wie ich in meinem vorherigen Blogpost geschrieben habe, stelle ich mein Blog gerade von Wordpress auf Jekyll um. Da Jekyll nur noch sehr wenig Resourcen auf dem Webserver benötigt, wollte ich sehen wie schnell dieses auch auf dem kleinen Rechner, dem RaspberryPI, läuft.

Also habe ich ein minimales Raspbian installiert und konfiguriert. Da ich einen schnellen und Resourcen schonenden Webserver brauche, habe ich mich für Nginx entschieden.

Zu meinem erstaunen lief dieses Setup auf dem kleinen Rechner um einiges schneller als mein Wordpress auf einem extra dafür konfigurierten und um einiges performanteren Server bei meinem Hosting-Provider. Und das auch noch über eine im Vergleich zu meinem Provider, lahme Internetverbindung.

Jetzt war die Idee geboren:

Warum nicht selber hosten?

Bevor ich jetzt euphorisch die ganzen Gründe für’s selber Hosten runter ratter, erstmal ein paar Gründe warum man dies nicht tun sollte:

Zuverlässigkeit

Ein Hostingprovider bietet normalerweise ein sehr zuverlässiges Hosting. Dies wird unter anderem durch redundante Anbindungen ans Internet, spezielle, redundant ausgelegte Server Hardware und Schutz vor Denial of Service Attacken erreicht.

Ein RaspberryPI ist kein Server. Man kann Ihn zwar als Server betreiben, aber die Hardware ist nicht speziel darauf ausgelegt. Außerdem ist er mit seiner 900Mhz CPU, dem 1GB Ram und der per USB angebundenen 100MBit Netzwerkschnittstelle nicht sonderlich performant.

Sicherheit

Da ein Hostingprovider nicht möchte dass die bei Ihm gehosteten Systeme für illegale Zwecke missbraucht werden, hat dieser ganz sicher einiges in die Sicherheit, wie z.B. Firewalls, WAF (Webapplication Firewall), traffic Filterung, etc. investiert.

Um ein solches Sicherheitssystem zu Hause einzurichten, bräuchte man sicher Tage bis Wochen und eine ganze Menge an Hardware. Was nicht heißt das man seinen RaspberryPi nicht absichern kann. Nur stehen einem halt nicht die Mittel zur Verfügung die ein Hostingprovider hat.

Einfachheit

Ein Hostingprovider möchte natürlich auch nicht IT’lern die Möglichkeit bieten, einfach Webseiten zu hosten. Hierfür hat er meist einfach zu bedienende Oberflächen, die die Einrichtung und den Betrieb von Webseiten stark vereinfachen.

Um einen RaspberryPi als Webserver zu betreiben, muss man schon einigen Aufwand betreiben. Gerade für Laien, ist dies eine Herausforderung die kaum zu meistern ist.

Warum also selber hosten?

Na weils geht ;) Nein mal im ernst, es gibt sicher genau so viele Gründe selber zu hosten, wie es Gründe gibt die dagegen sprechen.

Mehr Kontrolle

Da ich sehr viel Erfahrung im Betrieb von Servern und Webservern habe, und diese auch gerne selber, so weit wie es geht optimiere, fehlte mir diese Möglichkeit bei meinem Provider. Auch wenn mein Provider durch .htaccess Dateien schon eine ganze Menge zum konfigurieren anbietet.

SSL

Google wird immer mehr darauf achten das Webseiten mit dem https Protokoll, also SSL verschlüsselt zu erreichen sind. Auch dies bietet mein Provider an, natürlich muss man aber für das Zertifikat bezahlen. Mit dem neuen Dienst von Let’s Encrypt kann man sich aber selber und vor allem Kostenlos SSL Zertifikate erstellen.

Probleme mit FTP

Mein Hostingprovider bietet FTP Zugriff zum Hochladen von Webseiten an. Leider funktioniert dies im Zusammenspiel mit meinem Internetanbieter nicht sehr zuverlässig, gerade bei großen Uploads wird die Verbindung immer wieder unterbrochen.

Weil’s geht ;)

Ich habe eine recht gute und relative zuverlässige Internetanbindung und hatte noch einen RaspberryPI übrig. Was liegt da also näher :)

Fazit

Für mich war es, gerade in der Umstellungsphase eine gute Alternative meine Site auf dem kleinen Rechner zu hosten. In dieser Zeit hat dieser gemeinsam mit meiner Internetanbindung Ihre Zuverlässigkeit bewiesen, so dass ich nach der Umstellung auch weiterhin auf meinem RaspberryPI hoste.

Meinen Hostingprovider habe ich natürlich nicht gekündigt, denn ich habe dort nicht nur Webspace sondern auch Domain und Mailservices gemietet, die ich auch weiterhin dort behalten werde.

Langfristig werde ich die Seite sicher wieder zurück zu meinem Hostingprovider bringen, vor allem wenn der Traffic zunehmen wird, denn selbst wenn ich ein Loadbalancing mit mehreren RaspberryPi’s realisiere, wird meine Leitung sicher sehr schnell an ihre Grenzen kommen.