Ich bin zur Zeit dabei mein Blog von Wordpress auf Jekyll umzustellen. Beides sind sehr fähige Blogging-Engines, jedes mit seinen eigenen Stärken und Schwächen.

Jekyll Vorstellung

Jekyll ist ein statischer Site-Generator. Das bedeutet das man für den Betrieb eines Jekyll-Blogs keine Skriptsprache oder Datenbank auf dem Webserver betreiben muss. Dies erhöht die Sicherheit und senkt gleichzeitig den Aufwand beim Betrieb und der Wartung des Blogs.

Um mit Jekyll Seiten zu generieren installiert man Jekyll auf dem eigenen Rechner (nicht auf dem Server) und man kann dann sein Blog erstellen, generieren und die generierten Seiten dann auf den Webserver hochladen.

Der Einsatz eines solchen statischen Blogs bietet einige Vorteile:

Geschwindigkeit

Webserver sind darauf spezialisiert Webseiten (HTML Dateien) auszuliefern. Um dies zu tun werden sehr wenig resourcen benötigt. Dadurch kann der Webserver die Seiten sehr schnell und effizient ausliefern. Es muss kein Skript gestartet und keine Datenbank abgefragt werden, gerade diese Aufgaben führen unter hoher Last zu Geschwindigkeitsproblemen.

Sicherheit

Da Jekyll einfache HTML Seiten generiert die vom Webserver ausgeliefert werden, bietet man sehr wenig Angriffsfläche für Malware und Hacker. Da auf dem Webserver auch keine Skriptsprache benötigt wird, hat es Malware noch schwerer sich auf dem Server einzunisten und diesen zu missbrauchen.

Zum Vergleich, was wird benötigt für den Betrieb:

Wordpress
  • Webserver
  • PHP
  • Datenbank
Jekyll
  • Webserver

WorkFlow

WordPress bietet für das Erstellen von Seiten und Blogeinträgen eine sehr aufgeräumte und leicht zu bedienende Weboberfläche. Dies hilft zwar gerade Anfängern schnell neue Blog-Einträge zu produzieren, aber man benötigt immer einen Internetzugang. In der Zwischenzeit gibt es auch Desktop Programme mit denen man sein WordPress Blog offline mit Inhalten füllen kann. Diese werden dann bei einer bestehende Internetverbindung synchronisiert.

Bei Jekyll kann man auf seinem Laptop die Seiten erstellen, auch ohne Internetzugang. Wenn man diese dann fertig hat, kann man die Seiten generieren und zu einem späteren Zeitpunk hochladen. Zusätzlich bietet Jekyll einen eingebauten Webserver mit dem man während des Erstellens seine Site lokal ansehen kann.

Nachteile von Jekyll

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt. Durch die statische Natur von Jekyll ist es schwieriger interaktive Inhalte, wie z.B. Diskussion-Funktionen oder Feedback-Funktionen zu implementieren. Aber auch hier gibt es Lösungen, auch ohne das man dafür Software auf seinem Webserver installieren muss. Außerdem muss man auf dem Rechner auf dem man das Blog verwalten möchte einiges an Software (Ruby + Jekyll) installieren. Da man die Seiten lokal erstellt und die Site generiert, muss man bei jeder Änderung das Blog wieder auf den Webserver bringen. Aber auch hier gibt es unterschiedlichste Lösungen (z.B. automatisierte Deployments mit ssh oder ftp).

Gerade für Anfänger ist es schwierig mit Jekyll zu starten, da es Komandozeilen getrieben ist und keine schöne Oberfläche zum erstellen von Einträgen bietet. Da Jekyll aber auf Markdown setzt kann man sich einen vernünftigen Markdown-Editor (ReText oder MarkdownPad z.B.) installieren, mit dem man dann recht komfortabel seine Einträge erstellen kann.

Fazit

Jekyll bietet viele Vorteile gegenüber WordPress. Hat aber auch, gerade für Anfänger, einige Nachteile. Für mich und meine Seite überwiegen die Vorteile und daher habe ich mich entschlossen meine Seite umzustellen.